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Kohten im Schnee

Wie bereits vor zwei Jahren luden uns die österreichischen Wandervögel über den Jahreswechsel zu ihrem berühmtberüchtigten Winterlager ein. Mit kalorienreichem Proviant, Haufen an warmer Winterkleidung, selbst gestrickten Socken von Oma und vielem mehr, machten wir uns in der Nacht vom 27. Auf den 28. Dezember des vorherigen Jahres in Richtung Österreich auf.
Am frühen Sonntagmorgen erreichten wir den Zeltplatz und nach einer kurzen Rast machten wir uns daran, unser Material den Berg hinauf zu hieven und unsere Jurte aufzubauen. Da die Österreicher erst am Morgen des nächsten Tages an reisen sollten, dachten wir diesen Vorteil nutzen zu können, um uns den schönsten Platz für unser Zelt auszusuchen.



Am Abend, nachdem wir unsere Sachen aus dem Auto zum Lagerplatz gebracht, Schnee geschaufelt, Zelt aufgebaut, Feuerholz gesammelt und Essen gekocht hatten und fast schon in unseren Schlafsäcken lagen, wurden wir mit der Nachricht überrascht, dass der zum Grundstück zugehörige Bauer sich kurzfristig umentschieden hatte und ein Zeltlager auf seinem Gelände nicht mehr möglich war.
Somit verbrachten wir den Montagmorgen damit, unser Zelt wieder abzubauen und auf den etwa 50 km entfernt gelegenen Ausweichplatz zu fahren. Dort wiederholte sich die Prozedur: Das Material auf schmalen Pfaden auf den Berg schleppen, des Schnee schaufeln, Zelt aufbauen ....
Am kommenden Morgen wurde mit einer Morgenfeier geweckt und nachdem alle begrüßt waren, wurden weitere Dienste festgelegt. Dazu gehörten: Der Aufbau eines Donnerbalken, die Einteilung des Milch- und Wasserholens, die Gestaltung der nächsten Morgenfeiern und den Aufbau der Teejurte (Gemeinschaftsjurte). Nun mußten die einzelnen Gruppen erst einmal für ein bißchen Brennmaterial sorgen, welches man anschließend in einem anständigen wärmenden Feuer verbrennen konnte. Da dies einige Stunden andauerte und wir auch alle noch vom Ab- und Wiederaufbauen geschafft waren, war für den Abend nur noch eine kleiner Singekreis angesetzt.
Am nächsten Morgen hieß es wieder aus den warmen Schlafsack kriechen und in die steifgefrorenen Sachen schlüpfen und frühstücken - was sich als nicht so einfach erwies. Einige hatten deutlich Schwierigkeiten, die harten Nutella-Bröckchen auf dem Brot zu balancieren, und die Butter mußte in der Hosentasche angewärmt werden, um eine gewisse Streichkonsistenz zu erreichen. Dann wurden wieder unsere Brennholzreserven durch viel schweißtreibende Arbeit aufgefüllt.
Am Abend fuhren wir in sehnsuchtsvoller Erwartung auf eine warme Dusche in den nächsten Ort, wo wir ein Bad vermuteten. Leider hatte dieses schon vor Jahren dicht gemacht.
Der nächste Tag begann mit den Vorbereitungen für das Silvesterfest. Erst einmal mußten alle mit anpacken und viel Holz aus den Wald des Bauern holen, dies wurde dann zurecht gesägt und zu einem ca. 4 m hohen Feuerstoß aufgeschichtet. Andere kümmerten sich derweil um die Neujahrsanspache und um kleine Leckereien für die lange Nacht. Der späte Nachmittag wurde zum Energie tanken genutzt und am Abend schlugen wir uns den Bauch mit Thüringer Klößen, Wild und Rotkohl voll, um dann mit einer Fackelwanderung durch die verschneite Landschaft das neue Jahr zu begrüßen. Der Holzstoß wurde angezündet und bis in den frühen Morgen erklungen dann Gitarrenlieder.
Eigentlich wollten wir den nächsten Morgen gemütlich verschlafen, doch daraus wurde nichts. - Michael hatte uns in seinem überschwenglichem Eifer abends noch schnell für die Gestaltung der Morgenrunde eingetragen!



Somit konnten wir dann aber sehen, welche Wirkung ein Spiel wie "Badam machte ein kleiner Frosch heut früh" auf die Wandervögel haben kann, die es auch noch nachts um 1 Uhr spielten.
Am späten Nachmittag ging es dann zum Schlittenfahren! Gesucht wurde die schnellste Mannschaft. Mit einigem Biegen und Brechen und unserem "Rennschlitten" haben wir dann gewonnen. Auch in der Kategorie "Freestyle" konnten wir mit einem Menschenhaufen, der es 5 Personen ermöglichte, Platz auf einem Schliten zu finden, punkten.
Am 03. Januar sollte es dann wieder nach Jena gehen - doch erst am Abend, damit wir nicht in den allgemeinen Rückreiseverkehr kommen sollten, und um noch länger die schöne Winterlandschaft zu erleben. Deswegen ging es noch mal mit unseren Wandervögel-Freunden ab in den winterlichen Wald.
Am Abend ging es dann nach einer Verabschiedung wieder Richtung Jena.
Es war einfach genial: Trotz der Kälte und den sonstigen widrigen Umständen hatten wir nicht nur viel Spaß, wir konnten so Einiges von und über unsere österreichischen Freunde lernen. Denn Wandervogel ist nicht gleich Pfadfinder, und wir Thüringen unterscheiden uns nicht nur in der Sprache von Salzburgern und Wienern. Deshalb konnten wir einige Impulse und viele Erfahrungen mit nach Jena nehmen.
In zwei Jahren veranstalten die Österreicher Wandervögel wieder ein "Überbündisches Winterlager" - und wir sind bestimmt wieder dabei!

Antje

Fotos findet Ihr in der Fotogalerie auf der Homepage des Stamm Chatten!